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Deutschland

Hochbahnviadukte U 2 Berlin

Übersicht

Projektbeschreibung

Die Untergrundbahnlinie U 2 ist seit 1913 in Betrieb und führt von Ruhleben nach Pankow im Nordosten der Hauptstadt – teils als Untergrundbahn im Tunnel, teils als Hochbahn auf stählernen Viadukten. Die Tragkonstruktion, die Fahrbahn und die Lager der stählernen Viadukte wurden komplett unter Beachtung der Anforderungen des Denk­malsschutzes auf einer Gesamt­länge von ca. 1,8 km saniert.

Die Lagerung der Viadukte im Bereich der Schönhauser Allee in Berlin erfolgte bei deren Errichtung – wie im klassischen Stahlbau damals üblich – auf Stahllagern unterschiedlicher Bauart, konkret auf stählernen Linienkipp- und Punktkipplagern, auf Rollenlagern und auf Zylinderlagern.

Die Fahrbahn besteht aus den U-Bahn­gleisen, deren Schwellen auf einem Schotterbett gelagert sind. Der Schotter liegt in so genannten Buckelblechen, die durch ihre doppelte Krümmung eine Wanne zur Aufnahme des Schotters bilden und die wiederum auf der Stahlkonstruktion der Viadukte gelagert sind.

Gelieferte Produkte

Die mageba erbrachte dort folgende Leistungen:

• 162 Lager verschiedenster Bauart
• Längs- und Querträger
• Kabelkanäle und Gelenkpunkte der Einhängeträger

Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurden die Lager unter besonderen denkmalpfle-gerischen Gesichtspunkten ausgebaut, saniert, neu hergestellt und unter Verkehr wieder eingebaut. Die an den Viadukten durchgeführten Sanierungsarbeiten einschließlich der Brückenlager wurden im Rahmen der vorgegebenen und sehr engen Terminplanung erfolgreich abgeschlossen. Dabei konnten der Bauherr, die BVG Berlin und die Verfasser viele Erfahrungen sammeln, die sich auf weitere ähnliche Vorhaben im Denkmalschutz übertragen lassen.

Darüber hinaus wurden etwa 2.500 Buckelbleche geliefert. Die gekrümmten Bleche wurden im ersten Bauabschnitt im Jahr 2009 auf einer Länge von ca. 600 m komplett gegen neue Bleche ausgetauscht. Der zweite Bauabschnitt mit ca. 1.200 m Länge folgte in 2010.
Eine besondere Herausforderung war die Herstellung der Buckelbleche. Schweißkonstruktionen, wie z. B. ausgesteifte, ebene Stahlbleche (ähnlich orthotropen Platten) schieden aus Gründen des Denkmal­schutzes aus. Durch ein patentrechtlich geschütztes Verfahren konnten die neuen Buckelbleche in verschiedenen Abmessungen wie die ursprünglichen Bleche denkmalgerecht und wirtschaftlich hergestellt werden.
Bei der Fahrbahnsanierung an den Viadukten der U-Bahnlinie U2 in der Schönhauser Allee wurde im Sinn des Denkmalschutzes die ursprüngliche Konstruktion weitgehend beibehalten.

2014 erhielt diese Sanierungsmaßnahme eine Nomi­nierung für den deutschen Brücken­bau­preis.

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Key data

Produkte:

RESTON-LINEAR Linienkipplager, Punktkipplager, Rollenlager, Zylinderlager, Sanierung der Unterkonstruktion, Buckelbleche (Tonnenbleche)

Installation:

2002–2010 bzw. 2009–2010 (Buckelbleche)

Stadt:

Berlin

Struktur:

Stahlkonstruktion (Hochbahnviadukt)

Fertigstellung:

1913

Eigentümer:

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)